Artikel getaggt mit "Iraner in Deutschland"

Iranische Theatergruppe führt deutsches Stück auf

Iranische Theatergruppe führt deutsches Stück auf

Am 21.04.2016 fand anlässlich der 23. Europäischen Kulturtage Karlsruhe ein Gastspiel der „Praxis theatre group“, ein freies Ensemble der Theaterszene aus Teheran statt. Die jungen Künstler führten das deutsche Stück „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert auf. Das Drama entstand um 1947 und handelt von dem deutschen Kriegsheimkehrer Beckmann, der von seiner langjährigen Kriegsgefangenschaft so geprägt ist, dass er es nicht schafft, ein normales, zivilisiertes Leben zu führen. Dieses Stück wurde nun von der Praxis theatre group wieder aufgegriffen und inszeniert, weil sie die Gesellschaft an die Gefahr und Verbrechen des Krieges erinnern will. Ein Video mit dem Trailer des Stückes können Sie sich hier anschauen: (veröffentlicht vom Staatstheater Karlsruhe) Weitere Informationen zur Aufführung in Karlsruhe finden Sie hier. Weitere Informationen zur Handlung des Stückes „Draußen vor der Tür“ finden Sie...

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Bahman Nirumand

Bahman Nirumand

Sein Leben bewegt sich zwischen zwei Nationen: Bahman Nirumand wird 1936 in Teheran geboren. Im Alter von 14 Jahren kommt er nach Deutschland und macht dort sein Abitur. Anschließend studiert er in München, Tübingen und Berlin Germanistik, Philosophie und Iranistik. 1960 promoviert er an der Universität Tübingen über Bertolt Brecht. Inhaltlich geht es um die Probleme der Verpflanzung des europäischen Dramas in die neupersische Literatur. Danach kehrt er in den Iran zurück, wo er bis 1965 als Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Teheran tätig ist. Zwei Jahre später veröffentlicht er das Buch „Persien. Modell eines Entwicklungslandes“ und liefert damit Einblicke in die Schah-Diktatur. Damit stellt er sich auch gegen das Regime und flieht nach Deutschland. Bahman Nirumand reist erst 1979 wieder in den Iran und unterstützt dort die demokratische Opposition gegen Chomeini. Nur wenige Jahre später flieht er allerdings zum zweiten Mal nach Deutschland, diesmal vor der Diktatur der Mullahs. 2011 veröffentlicht er seine Autobiografie „Weit entfernt von dem Ort an dem ich sein müsste“. Bis heute kritisiert Bahman Nirumand die Menschenrechtsverletzungen in seiner Heimat, weswegen er auch noch immer in Berlin im Exil lebt. Weitere detallierte Informationen zu Bahman Nirumand können Sie hier nachlesen. Seine Autobiografie „Weit entfernt von dem Ort an dem ich sein müsste“ gibt es hier zu...

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Einbruch der Wirklichkeit

Einbruch der Wirklichkeit

Navid Kermani ist ein Deutscher mit iranischer Abstammung, der nicht ohne Grund in den letzten Jahren für viel Furore sorgte. Seine Art und Weise, Brücken zu bauen zwischen dem Iran und Deutschland und zwischen der europäischen und der vorderasiatischen Kultur hat ihn nicht nur in Deutschland bekannt gemacht. Sein neuestes Werk befasst sich mit den Flüchtlingsströmen in Europa. Buchempfehlung Navid Kermani Einbruch der Wirklichkeit: Auf dem Flüchtlingstreck durch Europa Sein neuestes Werk „Einbruch der Wirklichkeit: Auf dem Flüchtlingstreck durch Europa“ ist eine Reportage Kermanis, der im Herbst 2015 auf der Balkanroute unterwegs war. Er ist mitten drin in einem Flüchtlingstreck: Die Menschen ziehen zu Fuß, in Bussen, Gefängniswagen oder Sonderzügen von der griechischen Insel Lesbos nach Deutschland. So schildert Kermani die Situation an der türkischen Westküste, wo tausende Flüchtlinge auf eine sichere Überfahrt warten. Auf der Insel Lesbos schaut er dann auf diejenigen, die es geschafft haben. Er spricht dabei mit Helfern und Politikern, hauptsächlich aber mit Flüchtlingen und erfährt ihre Geschichten. Dabei lauten die zentralen Fragen:  Was sind die Gründe für das Fortgehen der Menschen, und warum heißt das Ziel Deutschland? Aus seiner Reportage werden vor allem die kulturellen und politischen Konflikte der Menschen ersichtlich, die nun auch auf Europa treffen. Neben der Reportage enthält das Buch auch Bilder des Fotografen Moses Saman, der die Eindrücke der Fluchtroute bildlich vermittelt. Die vollständige Reportage „Einbruch der Wirklichkeit: Auf dem Flüchtlingstreck durch Europa“ können Sie hier...

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Buch: Das leere Versprechen

Buch: Das leere Versprechen

Das leere Versprechen (Ali Ghorbani Etemad) Zum Autor: Ali Ghorbani Etemad wurde 1980 in Teheran/Iran geboren. Im Alter von sechs Jahren emigrierte er zusammen mit seinen Eltern und Schwestern nach Deutschland und wuchs in Bremen auf. Dort machte er 1999 sein Abitur und leistete anschließend seinen Zivildienst. Danach absolvierte er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Bayreuth und Barcelona. In Bayreuth verfasste er 2005 seine Diplomarbeit mit dem Thema „Kulturelle Prägungen wirtschaftlichen Handelns im Nahen Osten – eine institutionenökonomische Analyse des Einflusses des Islam auf die Finanzwirtschaft“. Seit 2005 arbeitet er sowohl in Frankfurt als auch in London in der Finanzbranche. Zudem befasst er sich seit Jahren mit Studien zu der Geschichte des Irans. Gleichzeitig hat er aber auch seine Leidenschaft für das Schreiben entdeckt. Im Jahr 2013 erscheint sein Werk „Das leere Versprechen“, in dem er in insgesamt neun Kurzgeschichten versucht, Momente zu erfassen, die das Leben der Menschen im Iran bestimmen und Narben in ihren Seelen hinterlassen haben. Die Episoden befassen sich mit dem ‚dunkelsten Jahrzehnt‘ der iranischen Geschichte der Neuzeit. So erhält der Leser Einblicke in das Leben der Menschen, die sowohl Freude als auch Bedrückung gegenüber der Revolution von 1978/79 empfinden, die die Folgen des Regimes wie Menschenverachtung oder Willkürherrschaft selbst zu spüren bekommen und ihre liebsten Angehörigen und Freiheiten verlieren, bis hin zum Verlust des eigenen Lebens. Wenn Ihr Interesse nun geweckt ist, dann können Sie das Buch „Das leere Versprechen“ von Ali Ghorbani Etemad hier...

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Buch: Ungläubiges Staunen

Buch: Ungläubiges Staunen

Er ist bekannt als renommierter deutscher Schriftsteller, habilitierter Orientalist und gläubiger Muslim. Nun hat Navid Kermani sein neues Werk „Ungläubiges Staunen: Über das Christentum“ publiziert und damit große Liebesworte gegenüber dem Christentum ausgesprochen. Der Friedenspreisträger von 2015 nimmt die Leser in seinem bemerkenswerten Buch mit auf eine Reise durch die christliche Bilderwelt. Mit Hilfe von Bildern und Plastiken nähert er sich dem Christentum an. So macht er Erlebnisse mit der christlichen Kunst in Botticellis „Kreuztragung“, Bellinis „Segnender Christus“ oder auch in Leonardo da Vincis „Der heilige Hieronymus in der Wildnis“. Diese künstlerischen Werke sollen bei der Beantwortung von Fragen der heutigen Existenz helfen und die religiösen Wurzeln des Christentums ermitteln. Interpretationen und Deutungen Kermanis sind ebenfalls bei Rembrandts „Auferstehung des Lazarus“ und bei Hans Memlings „Bildnis eines betenden jungen Mannes“ zu finden. Religion betrachtet er als sinnliches Begebnis, in dem er nach ästhetischen Gotteserfahrungen sucht. Man erlebt ihn aber auch beim ungläubigen Staunen über Symbole, die ihn verwirren, wie z.B. Jesus am Kreuz. Eine Kreuzigung empfindet er als grausam und fürchterlich und betont, dass man nicht mal Christ sein müsse, um von solch einem Prozess ebenso erschüttert zu sein. Trotzdem sei er begeistert von all den Bildern des Katholizismus, die ein tiefes Erleben der religiösen Darstellungen ermöglichen. Die sowohl positiven als auch negativen Bilder berühren die Menschen in ihrem Innersten und durch die Religion sollen sie über sich hinaus wachsen können. Die Religion repräsentiere all das, was der Mensch ist und präge den Alltag. Besonders fasziniert ist Navid Kermani...

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