Persische Literatur

Persische Literatur

Fresque_chehel_sotoun_esfahanDie persische Literatur gehört zu der ältesten überhaupt und ist gekennzeichnet durch die Schönheit ihrer Sprache, auf der ganzen Welt bewundert. Ihre Ursprünge hat sie im Altertum, also der Zeitraum vom Ende der Frühgeschichte (bis Mitte des 4. Jahrtausends v.Chr.) bis hin zum Anfang des Mittelalters (ab 6.Jhr. n. Chr.). Iranische Dichtungen lassen sich bei den „Gathas“ (Gesängen) wiederfinden, die Teil des Avesta, der heiligen Schrift des Zoroastrismus sind und die fünf ältesten Hymnen des Werkes angeben.

Die persische Dichtung beinhaltet die Gesamtheit der klassischen Dichtungskultur im iranischen Hochland, die in der persischen Sprache verfasst wurde. Als der Iran im 7. Jahrhundert von den Arabern erobert wurde, setzten diese auch die arabische Sprache durch. Erst zu Beginn des 10. Jahrhunderts wurde das Persische wieder eingeführt So lehnte sich die persische Literatur anfänglich an die arabische an und übernahm sowohl ihre Metrik, Versform, Rhetorik als auch die Gattungen. Schnell setzte sie sich aber als selbstständige Literatur durch und prägte schließlich auch die indische und türkische Literatur.

Kasside und persische Versepen bildeten die wichtigsten Formen der Dichtung

Zu Beginn der neupersischen Dichtung, die von Rudaki, Farrochi, Unsuri und Manutschihri bestimmt war, wurde vorwiegend das höfische Lobgedicht in Form der Kasside praktiziert. Gekennzeichnet durch eine hochwertige und majestätische Sprache wurden Themen des Fürstenlobes, der Natur, des höfischen Lebens und des Krieges abgehandelt. Daneben existierte das persische Versepos, das seinen Grundstein mit Firdaussis „Shah-Nameh“ (Königsbuch) legte. Dort lassen sich iranische Sagenstoffe finden. Daneben gab es eine Reihe weiterer heroischer Epen, u.a. Assadis „Garschasp-Nameh“. Das Werk Nizamis impliziert noch das Element des romantischen Epos und war dem „Ideal islamisch-iranischer Fürstenethik“ verpflichtet.

  • Nāser Chosrou (1003–1075): berühmt durch seinen Safar Nameh (Reisebericht)
    und Gedichte in Form von Kassiden
  • Omar Khayyām (1048–1131 oder 32): Dichter, Philosoph, Mathematiker und Astronom: bekannt durch seine philosophischen Robaiyat (Vierzeiler)

Eine weitere Gattung war das mystische Lehrgedicht, für das die Werke Attars (1136–1220) „Vogelgespräche“ und  „Diwan“ (Gedichtesammlung) maßgebend waren. Seine Lehrgedichte  waren meist eine Ansammlung von Predigten, Unterweisungen und illustrativen Anekdoten.

  • Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207-1273): Er ist der bedeutendste persische Mystiker, der den Orden der tanzenden Derwische angeregt haben soll. Besonders berühmt wurde sein „Methnewi/Massnavi“, ein dichterisches Werk von rund 26000 Doppelversen, das sich größter Wertschätzung bei den islamischen Mystikern erfreut.

Entstehung des Ghasels

Im 13. Jahrhundert wurde die Kasside von dem “Ghasel“, einem lyrischen Gedicht, das aus einer Folge von zweizeiligen Strophen besteht, verdrängt. Für die Ghaselendichtung werden Sanai und Saadi als prägende Persönlichkeiten gesehen. Diese Form vollendet und gefestigt in der persischen Literatur hat allerdings der Dichter Hafis. In den Ghaselen werden vor allem Themen der Liebe, Wein und Natur angesprochen. Die Ghasel dominierte bis ins 19. Jahrhundert. Diese Zeitepoche wird auch als „Indischer Stil“ bezeichnet, in der die Verse viele Assoziationen und Bedeutungsschichten aufwiesen, unabhängig voneinander waren und eine Bildersprache ausdrückten. Der wichtigste Vertreter war Sabaye Schirazi.

Danach war man gewillt, zur Literatur der frühen Zeit zurückzukehren und die Kassidendichtung wieder ins Leben zu holen. 1920 brachte Nima Juschidj eine Reihe neuer Formen, neuer Bildersprache hervor und modernisierte die Literatur. In diese Zeit fielen Dichter wie F.Farrochzad, Ahmad Schamlu, Mehdi Achawan-e Sales und Nadir Nadirpur.

Lyrik als dominierende Gattung

Die Lyrik war auch bis ins 20. Jahrhundert die dominierende Gattung, so waren Prosawerke nicht weiter relevant. Die Prosaliteratur entstand auch erst durch gesellschaftliche Umwälzungen im 20. Jahrhundert. Als Begründer wird M. A. Djamalsadeh ausgemacht, der mit der höfischen Sprache abschloss und stattdessen die Sprache des Alltags verwendete. Bis in die 1950er Jahre waren wichtige Repräsentanten S. Hidajat, S. Tschubak und Bozorg Alavi.

Als neue Gattung trat dann auch das Drama auf, das (durch die Regiearbeit von) Sejed Ali Nasr und Abdolhossein Nuschin seine Bedeutung bekam.

Prosaliteratur und Drama entwickelten sich immer mit gesellschaftlichen und politischen Veränderungen im Iran. So gab es auch Schriftsteller, die für die gesellschaftskritischen und realitätsnahen Inhalte verurteilt wurden oder das Land verließen.

  • Einer der bekanntesten Schriftsteller, der seine letzten Lebensjahre im Exil verbrachte, war Gholamhossein Ssaedi.

Mitte des 20. Jahrhunderts kam bei den Schriftstellern das Interesse für den Roman auf, und eine Tendenz zur Liberalisierung entwickelte sich.

  • Zwei großen Schriftsteller sind mit ihren Romanen und Kurzgeschichten bekannt: Huschang Golschiri und Mahmood Dowlatabadi.