Persische Gärten

Unter „Persischer Garten“ versteht man einen formalen Palast- oder Lustgarten in Iran. Der Garten hat einen derart wichtigen Stellenwert in der persischen Kultur, dass aus dem altpersischen Begriff „Paradaidha“, der als Synonym für den Begriff Garten verwendet wird, in unseren Breiten der Begriff „Paradies“ abgeleitet wurde.

Die Geschichte des „Persischen Gartens“ reicht zurück bis in die Zeit des persischen Königs und Feldherrn Kyros II der Große (ca. 6 Jh. v. Chr.) zurück. Dieser ließ in jedem seiner Paläste einen Garten entstehen, als Ort von Privatheit aber auch als ein Zeichen von Größe und Macht.

Es ist überliefert, dass diese Art Gärten auch zur Zeit der Sassanidenherrschaft vom 3. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. eine große Rolle spielten. Auch die Quadjaren ließen es sich nicht nehmen, aufwändige, schöne Gärten anzulegen. Bis heute erfreuen sich die Menschen in Iran an der Schönheit von Gärten und Parks.

Wasser als Lebenselement hatte in vielen Gebieten der iranisch-persischen Reiche eine große Bedeutung und wurde hoch geschätzt und geachtet. In Form von Springbrunnen, Kanälen zur Bewässerung und Teichen und Seen war es in den Gärten zu finden.

Durch den deutschen Arzt und Forschungsreisenden Engelbert Kämpfer wurden die Gärten dann durch seine veröffentlichten Zeichnungen safawidischer Gärten in Europa bekannt.

Zu den wichtigsten Elementen persischer Gärten gehörten neben dem Wasser das Sonnenlicht, aus denen Formen und Muster entworfen wurden, ebenso Schattenplätze wie Bäume oder Büsche sowie verschiedene Gebäude wie Mauern oder Pavillons. In Iran gibt es noch einige schöne Gärten, die den traditionellen Formen der Persischen Gärten nahe kommen.

Ausstellung in Bonn bis zum 15. Oktober 2017:

„Der persische Garten– Die Erfindung des Paradieses“

In der Bundeskunsthalle in Bonn gibt es unter dem Titel „Der persische Garten – Die Erfindung des Paradieses“ eine interessante Ausstellung zu sehen. Auf dem Vorplatz der Halle befindet sich ein „Persischer Garten“, in dem die Besucher das Wechselspiel von Licht und Schatten, das Plätschern von Wasser, den Duft der Blumen, Nässe und Trockenheit sowie Hitze und Kälte wahrnehmen sollen. Hier darf man sich pflanzentechnisch besonders auf Rosen, Lilien und Tulpen freuen.

Falls Ihr Interesse an dieser Ausstellung geweckt ist, dann können Sie hier Tickets erwerben.

Detaillierte Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Hier finden Sie einen Artikel aus der Bonner Rundschau zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle.

Informationen zur Geschichte der persischen Gärten können Sie hier nachlesen.

Auch hier gibt es interessante Aspekte zur Geschichte der persischen Gartenkultur.

Hier gelangen Sie zu dem Buch „Gardens of Persia“ von Penelope Hobhouse, in dem u.a. die Entwicklung und Geschichte der persischen Gärten dargestellt wird.

Hier kommen Sie zum Beitrag über das Buch „Kleine Paradiese“ von Annemarie Schimmel, in dem sie sich der Schönheit der islamischen Gärten widmet.