Iranische Literatur

Persische Literatur

Persische Literatur

Die persische Literatur gehört zu der ältesten überhaupt und ist gekennzeichnet durch die Schönheit ihrer Sprache, auf der ganzen Welt bewundert. Ihre Ursprünge hat sie im Altertum, also der Zeitraum vom Ende der Frühgeschichte (bis Mitte des 4. Jahrtausends v.Chr.) bis hin zum Anfang des Mittelalters (ab 6.Jhr. n. Chr.). Iranische Dichtungen lassen sich bei den „Gathas“ (Gesängen) wiederfinden, die Teil des Avesta, der heiligen Schrift des Zoroastrismus sind und die fünf ältesten Hymnen des Werkes angeben. Die persische Dichtung beinhaltet die Gesamtheit der klassischen Dichtungskultur im iranischen Hochland, die in der persischen Sprache verfasst wurde. Als der Iran im 7. Jahrhundert von den Arabern erobert wurde, setzten diese auch die arabische Sprache durch. Erst zu Beginn des 10. Jahrhunderts wurde das Persische wieder eingeführt So lehnte sich die persische Literatur anfänglich an die arabische an und übernahm sowohl ihre Metrik, Versform, Rhetorik als auch die Gattungen. Schnell setzte sie sich aber als selbstständige Literatur durch und prägte schließlich auch die indische und türkische Literatur. Kasside und persische Versepen bildeten die wichtigsten Formen der Dichtung Zu Beginn der neupersischen Dichtung, die von Rudaki, Farrochi, Unsuri und Manutschihri bestimmt war, wurde vorwiegend das höfische Lobgedicht in Form der Kasside praktiziert. Gekennzeichnet durch eine hochwertige und majestätische Sprache wurden Themen des Fürstenlobes, der Natur, des höfischen Lebens und des Krieges abgehandelt. Daneben existierte das persische Versepos, das seinen Grundstein mit Firdaussis „Shah-Nameh“ (Königsbuch) legte. Dort lassen sich iranische Sagenstoffe finden. Daneben gab es eine Reihe weiterer heroischer Epen, u.a. Assadis „Garschasp-Nameh“. Das Werk Nizamis...

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Ali Ghazanfari liest

Ali Ghazanfari liest

Ali Ghazanfari  aus Teheran ist einer der renommiertesten iranischen Dichter. Er liest am 28. April 2015 um 19 Uhr im schleswig-holsteinischen Ladelund aus seinen Gedichtbänden „Und auch die Steine reden“ sowie „Falsche Züge“. Ghazanfari hat deutschsprachige und persische Gedichtbände sowie Romane und Kurzgeschichten verfasst. 2008 wurde seine Farsi-Übersetzung von Friedrich Schillers Theaterstück Turandot vom Haus der Literaten in Iran als Buch des Jahres ausgezeichnet. Er übersetzte klassische persische Dichter wie Hafez, Saadi und Rumi ins Deutsche. 2014 legte er sein Mammutwerk für Leser in Iran vor: die zweisprachige deutsch-persische Anthologie „Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart“. Wie ein roter Faden ziehen sich durch seine Gedichte immer wieder die Themen Frieden, Freundschaft und Liebe. Mit seinen teilweise melancholischen, nachdenklich stimmenden und geistreichen Gedichten und Wortspielen und Erzählungen trifft er mitten ins Herz des Lesers. Geschäftsmann als Brückenbauer Geboren in Shemiran/Iran machte Ghazanfari sein Abitur in Teheran und studierte anschließend in Frankfurt sowie Berlin Mineralogie und Eisenhüttenkunde. Nach dem Studium kehrte er in seine Heimat zurück, war u. a. Geschäftsführer bei Thyssen-Krupp und heute bei Bergrohr Iran. Nach dem Motto Wandel durch Handel versteht er sich auch als Geschäftsmann als Brückenbauer zwischen Orient und Okzident in der Hoffnung, dass Fremdsein in den Köpfen auch abgebaut wird durch Begegnungen der Menschen auf wirtschaftlichem Gebiet. Auch als Schriftsteller und Dichter geht es ihm stets um die Begegnung der Kulturen und um Völkerverständigung – und er macht deutlich, wie wichtig es insbesondere in einer globalisierten Welt ist, Mauern nieder zu reißen, einander die...

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Simin Behbahani ist gestorben

Die Lyrikerin Simin Behbahani galt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der iranischen Literatur. Die Qualität ihrer Texte war weltweit geachtet, schon mehrfach war sie für den Literatur-Nobelpreis gehandelt worden und war 1997 sogar für diese Auszeichnung nominiert. Jetzt ist Simin Behbahani im Alter von 87 Jahren in ihrer Geburtsstadt Teheran nach kurzer schwerer Krankheit an Herzversagen gestorben. Behbahani war unter anderem Vorsitzende des iranischen Schriftstellerverbandes und engagierte sich politisch. Ihre literarische Arbeit hatte großen Einfluss auf die Sprache des Iran. Einige Online-Medien weltweit haben sich mit Nachrufen der Autorin erinnert. Nachrufe weltweit Spiegel Online: „Die Löwin Irans“: Dichterin Simin Behbahani ist tot Deutsche Welle: „Iranische Schriftstellerin Simin Behbahani gestorben“ Wahington Post: „Simin Behbahani, celebrated poet known as the ‘lioness of Iran,’ dies at 87“ (englisch) The Guardian: „Iranian poet and women’s rights advocate Simin Behbahani dies“ (englisch) Video: Gedicht „For the dream to ride“, rezitiert von Behbahani selbst (Farsi mit englischer Übersetzung) Bücher Ausgewählte Gedichte Simin Behbahanis: > A Cup of Sin: Selected Poems (Modern Middle East Literature in Translation Series) by Behbahani, Simin, Milani, Farzaneh, Safa, Kaveh (1999)...

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Ein Iraner spricht vor dem Deutschen Bundestag

Ein Iraner spricht vor dem Deutschen Bundestag

Es war ein einzigartiges Ereignis: Ein bekannter, geachteter, in Deutschland lebender Iraner hält vor dem deutschen Bundestag eine beeindruckende Rede anlässlich der Feierstunde des deutschen Grundgesetzes. Dr. Navid Kermani, ein Wissenschaftler iranischer Abstammung, der 1967 in Siegen geboren wurde, hatte die Ehre, vor dem Parlament die Festrede zum 65. Jahrestag des Grundgesetzes halten zu dürfen. Dr. Navid Kermani hat sowohl die iranische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Seine Rede bewegte die Anwesenden und bestach durch Offenheit und Ausgewogenheit – eine Liebeserklärung an ein Land, eine Analyse seiner Verfassung, und das alles nicht ohne kritische Töne. Hier finden Sie Kermanis Rede: Dieser Link führt zu dem vollständigen Text der Rede. Es ist lohnenswert, sich die Zeit für das Lesen zu nehmen: Dr. Navid Kermani – Rede zur Feierstunde „65 Jahre Grundgesetz“ Wer es etwas lebendiger erleben will, der kann Dr. Kermani im Video zusehen bei seiner Rede. Und wer sich über die Persönlichkeit Dr. Navid Kermani weiter informieren will, der kann mal in Wikipedia stöbern. Abschließend noch die Anmerkung, dass sich Navid Kermani einen Namen gemacht hat – als Autor einer Reihe guter, interessanter Bücher. Es werden noch Bücher auf unserer Website vorgestellt werden. Einige seiner Bücher können Sie hier erwerben: > Zwischen Koran und Kafka: West-östliche Erkundungen > Ausnahmezustand: Reisen in eine beunruhigte Welt > Dein Name:...

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