Frauen unterwegs im Orient

Gertrude Bell und der Irak

Gertrude Bell und der Irak

Sie ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten für den Mittleren Osten: Gertrude Bell. Wer diese Frau war und wie ihr Leben aussah, haben wir in diesem Beitrag beschrieben. Aktuell hat der Weser-Kurier diese Persönlichkeit wieder aufgegriffen. So würde man bei der Suche nach dem Grab von Bell die Geschichte des Nahen Ostens durchleuchten müssen. Dabei spielen vor allem die Sykes-Picot-Grenzen eine wichtige Rolle, für deren Errichtung Gertrude Bell vor 100 Jahren sehr bedeutend war. Seitdem führt die Grenze, die zwischen Syrien und Irak liegt und deren Name auf den Briten Sir Mark Sykes und dem Franzosen Francois Georges-Picot zurück zu führen ist, immer wieder zu Konflikten, vor allem, weil bei der Grenzaufteilung ethnische und religiöse Aspekte nicht berücksichtigt wurden. Die beiden Diplomaten waren beauftragt, den Nahen und Mittleren Osten neu zu ordnen, wo auch Gertrude Bell dran beteiligt war. Zudem wirkte sie an der Gründung des Iraks mit. Ihr Grab befindet sich übrigens im Stadtteil „Bab el-Sher Shi am Ostufer des Tigris. Die Meinung über die gebürtige Engländerin im Irak selbst sei gespalten: So habe sie zwar das kulturelle Erbe des Landes stets gefördert, doch durch ihre Beteiligung an der Grenzziehung seien bis in die heutige Zeit immer wieder schlimme Konflikte entstanden, die Unruhen im Land hervorrufen. Den vollständigen Artikel „Die Frau, die den Irak schuf“ aus dem Weser Kurier (17.05.2016) können Sie hier...

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Freya Stark unterwegs im Orient

Freya Stark unterwegs im Orient

Im Nachfolgenden wird eine Persönlichkeit vorgestellt, deren Leben sich immer wieder im Orient abspielte und die bedeutsam für die Zeit der Weltkriege war. Freya Madeline Stark wuchs in Asolo/Italien auf und war eine Orient- und Forschungsreisende sowie eine Reiseschriftstellerin. Schon als Kind begeisterte sie sich für den Orient. 1912 begann sie ein Geschichtsstudium in London, brach das Studium allerdings ab, da sie während des ersten Weltkrieges als Krankenschwester dienen musste. Danach besuchte sie die School of Oriental Studies und belegte dort Arabischkurse. Später erlernte sie auch die persische Sprache. Mit Mitte Dreißig reiste sie 1927 zum ersten Mal in den Nahen Osten, nach Libanon und Damaskus. 1930 begab sich Freya Stark auch nach Persien, um dort die bis dahin noch unerforschten Täler der Assassinen zu untersuchen. Sie wollte dazu geographische und archäologische Studien durchführen und wurde zu diesem Zweck von einem einheimischen Führer begleitet. Nach ihrer Reise erhielt sie große Anerkennung und wurde als Forscherin respektiert. Anschließend reiste sie nach Kurdistan, Ägypten, Indien und erneut nach Persien, um dort die Kultur und Menschen zu erforschen. Während des zweiten Weltkrieges befand sie sich im Orient und war dort für die britische Kolonialverwaltung tätig. Sie sollte die dort lebende Bevölkerung von den britischen Interessen überzeugen und beeinflussen. Nach dem Kriegsende kehrte sie in ihre Geburtsstadt Asolo zurück und sollte dort als politische Beraterin die britischen und italienischen Beziehungen verbessern. Trotzdem hatte sie noch immer eine große Leidenschaft für das Reisen und besuchte trotz hohen Alters erneut Persien, Afghanistan und den Irak....

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Frauen auf Reisen im Orient

Frauen auf Reisen im Orient

Eine Frau allein auf der Reise durch die Wüsten Vorderasiens? Das scheint vielen heute noch viel zu gefährlich und zu anstrengend. Doch dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen sich ganz allein und voller Mut auf eine Reise in den Orient begeben können, lässt sich schon im 19. und 20. Jahrhundert nachweisen. Und schon vor einigen Monaten hatten wir ganz aktuell über Helena Henneken berichtet, die den Iran ebenfalls allein bereist hatte. Annemarie Schwarzenbach Eine sehr interessante Persönlichkeit stellt in dem Zusammenhang die Schweizer Journalistin Annemarie Schwarzenbach darf. Schwarzenbach wurde 1908 in Zürich geboren und stammt aus einer reichen Zürcher Industriellenfamilie. Schon während ihrer Studienzeit veröffentlicht sie erste journalistische und literarische Texte. Zudem steht sie in engem Kontakt mit Klaus und Erika Mann, der Tochter des Schriftstellers Thomas Mann. Im Herbst 1933 startet ihre erste journalistische Reise für mehrere Monate in den Nahen Osten und nach Persien. Die Reise tritt sie vor allem aufgrund des Aufkommens des „Dritten Reichs“ und der Bekennung zum Nationalsozialismus ihrer Mutter an – aber auch, weil sie unglücklich in Erika Mann verliebt war. Schwarzenbach reist insgesamt viermal nach Persien, bricht aber auch nach Afghanistan, Afrika, Türkei und Amerika auf. In dieser Zeit beginnt auch ihre Morphin-Sucht, von der sie nie richtig wegkam. 1935 heiratet sie den ebenfalls homosexuellen Diplomaten Clauche Achille Clarac, wird aber nie richtig glücklich. In Persien schreibt sie u.a. den Roman „Tod in Persien“, in dem sie beschreibt, dass kein anderes Land eine solche Anziehungskraft auf sie ausübt. So sagt sie,...

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